Auf Dauer runder

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Die Zahnräder sind nicht mehr so scharf an den Kanten. Alles läuft nahtlos ineinander, nur das Öl schmiert noch ein wenig, damit das auch so bleibt. Die Zacken werden mit der Dauer runder, alles läuft, der Antrieb geht fortab seine Runden und das Tag für Tag. Es ist das Spiel, nichts schleifen zu lassen. Die Zacken sonst ganz den Halt verlieren und man selbst auf der Stelle stehen bleibt. Ein geöltes Getriebe, runde Ecken und viel Schmiere halten alles zusammen, wie es sein soll.

Ist dieser lange Weg das Richtige für so ein kompliziertes Getriebe. Solche langen Strecken zu begehen, monoton und stupide, eben nur wie eine Maschine. Ohne tieferen Gedanken, man funktioniert einfach so, wie es erwartet wird, wie man für seine Zwecke genutzt wird. Ist das alles in seinem Dasein, das man seine Aufgaben nur erfüllt? Oder liegt es in der Natur, sich neuen Aufgaben zu stellen. Gewohntes infrage zu stellen, neue Wege zu entdecken.

Die Laufleistung ist nur begrenzt, bis das Öl härter wird, gar zäh verweilt in seinem eigenen Gehäuse. Die Verbrennungen nur noch für einen geringen Forttrieb sorgen, die einst erlangte Stärke nur noch in der Erinnerung getragen wird. Die Zeit verrinnt ab diesem Augenblick; zu spät hat man bemerkt, wie sich der Zaun um einen herum abbildet. Sich Jahr um Jahr enger um das Getriebe legt. Den Radius einschränkt, indem man sich fortbewegt.

Dann ist es zu spät, erneut ins Rennen zu gehen, die Welt zu erleben, das Leben zu leben. Es bleibt einem dann nur noch, was die Erinnerungen hergeben, das hält uns noch für eine ganze Weile am Leben. Der Ausblick in der Gedankenwelt, was wäre gewesen, wird immer trüber, bis es völlig an Relevanz verliert. Darum spute dich, so groß die Hürde auch sein mag, noch einmal alles zu geben, zumindest hast du dann gelebt.