Die Robe fällt

die-robe-faellt

Das Gesicht zur Hälfte verdeckt, die Robe getragen als Gewand, großzügig anliegend, weit gefallen bis zum Boden hin. Nur noch ein Spalt, der dazwischen liegt. Die Arme in den Ärmeln versteckt, das Haupthaar liegt über einem Auge, verdeckt die Stirn und Teile vom Gesicht. Die Dunkelheit liegt noch in den Straßen, wenig Menschen sind im Moment zu sehen. Vereinzelt wandern sie über die Straßen, niemand scheint sich zu kennen. Keiner irrt umher, vielmehr weiß jeder, wohin er will. Das einzige Licht, das auf die Straßen fällt, ist das noch helle Mondlicht, das sich auf dem feuchten Boden in den Pfützen leicht hell widerspiegelt.

Die ersten Geschäfte werden betreten, das Tagesgeschäft in den Gang gebracht. Die dunklen Wolken lösen sich, mit langsamen Schritten, brennt auch hier und dort das erste Licht. Die Waren in die Schaufenster gestellt. Die ersten Gerüche ziehen durch die Luft, von frischen Gebäcken aus den Stuben. Die schon früh in den Morgenstunden ihre Backwaren in die heißen Öfen zum Backen gelegt haben. Das Obst und Gemüse, vom Großmarkt einer riesigen Halle in kleine Transporter verpackt und inmitten der Stadt gebracht. Um auch an diesen Morgen auf nichts verzichten zu müssen, es genießen zu können.

Der frisch gepresste Orangensaft für den Gesundheitsbewussten, der Kaffee am Morgen für den Geschäftsmann, der mit klarem Verstand auf den Erfolg seines ersten Meetings hofft. Der Student, der mit dem Croissant in der Hand auf den Weg zur Uni ist. Die Stadt beginnt zu leben, jeden Moment kommt jemand hinzu, füllt das Gesamtbild, ein spannender Moment. Vorbei die Ruhe in der Dunkelheit am frühen Morgen. Die schützende Robe fällt, ein sommerliches Gewand entpuppt sich, lag verborgen unter dem nächtlichen Gewand. Bereit für den Tag und den ersten Sonnenstrahlen entgegen.

Die Frisur wird nun auch wieder elegant nach hinten getragen, hängt nicht mehr im Gesicht. Das Lächeln wird gezeigt, strahlt über alles hinweg. Ein aufrechter Gang, der nur so vor Selbstbewusstsein strotzt. Ein schöner Morgen, der so ruhig begann. Von den ersten Eindrücken bis hin zum Tagesgeschäft. Die Inspirationen und Gedanken, die fortan getragen etwas ganz Besonderes sind. Ein Schauspiel, das seines gleichen sucht. Ein schöner Moment, vielleicht sollte jeder einmal in den frühen Morgenstunden. Mit verdeckten Gesicht und einer Robe als Gewand, die Schauspiele betrachten und dabei genießen, was man sieht. Einem wie in einem Theaterstück dargeboten wird.