Gänsehaut

gaensehaut

Warmer Atem überfliegt die Haut, die Haare stehen als Antennen der Gefühle in die Höhe gerichtet. Kleine Hügel bilden sich, lassen die einst wahrgenommene Oberfläche als Buckelpiste der Emotionen erblicken. Wie Schilf am Küstenstrand dehnt sich jedes einzelne Haar dem Hauch entlang. Warmer Atem, doch die Umgebung ist kühl, nur zum Teil eingehüllt, verdeckt den Rest, den es zu erobern gilt. Zart streichend gleiten die Hände entlang, die gespitzte Haut zu beruhigen, sodass sich alle Erhöhungen wieder niederlegen und die samtweiche Haut wieder zu spüren ist.

Ein Liebesspiel, das am ganzen Körper funktioniert, Reize durch den Körper schießen, Unsicherheit schürt, da man nicht weiß, was als Nächstes kommt. Dennoch fühlt man sich vertraut seinem Spieler ausgeliefert. Hingebungsvoll und voll Empfindungen, geführt durch einen anderen Willen, nichts wird vorbestimmt empfunden, alles passiert in dem Moment. Ein spannendes Gefühl, dem man sich hingeben kann, wenn man das Vertrauen dazu schafft, nur etwas Inniges sein kann, wenn man dazu bereit ist.

Die Schulter wird wieder bedeckt, sodass sie etwas zur Ruhe kommt und sich wieder wärmt. Ein anderes Stück am Körper entlang wird nun entdeckt und geküsst. Emotionen spielen verrückt, Blitze schießen durch die Nervenstränge direkt in den Verstand. Es ist das Spiel, zwischen dem Heiß und Kalt, das es auf der Haut zu verspüren vermag. Der Atem, der sich über die freie Stelle legt, die Lippen, die eng nur einen Spalt über der Haut liegen, hauchzart, alles ist in Erregung. Nichts bleibt dabei unberührt, nur gibt es keinen Plan, der einem steckt, wohin die Erkundung am Körper als Nächstes geht.

Gänsehaut am ganzen Körper verteilt, alles ist auf Empfang gestellt, alle Sinne sind geschärft und spielen verrückt. Die Leidenschaft, die sich dabei entfacht, ist Stück für Stück, die Impulse, die durch den ganzen Körper wandern. Sich alle Informationen teilen, die wir in der Lage sind, auf einmal zu verstehen. Ein Auf und Ab am Körper entlang, keine Stelle bleibt unberührt. Die Sinne sind betört, pure Leidenschaft liegt im Raum. Es ist eine Reise ins Nirgendwo, alles das, was zählt, wird in dem Moment gespürt.