Glutlanze im Mondlicht

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Aus den Feuern gezogen, Aschewolken steigen hoch in die Luft. Die Funken sprühen wie wild durch die Nacht. Kreisen um die in Feuer getränkte Lanze, die aus Stahl gemacht. Im Zorn des Feuers geschmiedet, gehärtet im Öl. Über viele Male gefaltet, immer und immer wieder das gleiche Ritual. Eine Klinge aus Meisters Hand. In die Höhe ragt die Klinge, die aus Stahl geschmiedet und gehärtet ist für die Ewigkeit. Aus den Feuern geboren und bereitsteht, neu gekleidet zu werden und von weiten in das Land zu funkeln. Dass sie auch jeder sehen kann. Es ist der Augenblick, in dem sich der wahre Glanz nach außen tragen wird. Am Stein gewetzt, mit Wasser gekühlt, tragen sich die ersten Schichten ab.

Das verbannte wird entfernt, die Lanze ist noch stumpf. Sie ist aufgelegt, auf dem Schoße liegend. Die Lanze zeigt zum Mond in der Nacht entgegen. Nur noch ein Lagerfeuer, das im Hintergrund brennt und das Licht spendet, das für die Verwandlung erforderlich ist. Ein Schauspiel, wenn sich das Dunkle von der Klinge löst, im blanken Metall sich das Feuer und das Mondlicht widerspiegelt, das im Hintergrund sitzt. Ein Farbenspiel zwischen dem kühlen Mondlicht in Weiß und samt und der heißen Glut in einem feurigen Rot, das sich im Spiegel vereint. Als gehören sie zusammen und spielen um den Sieg in dieser Nacht.

Ein raunender Klang, wenn der feuchte Wetzstein entlang der Klinge zieht. Der feine Sand die letzten Reste entfernt und das völlig blanke Metall immer mehr zum Vorschein dringt. Die Bühne, in der sich das Mondlicht und das Feuer vereinen, wird und immer größer erscheint. In die Länge gezogen der Schneide entlang. Immer schärfer wird der Blick darauf und die Kanten glatt gezogen. Ein abfallender Winkel, der sich spitzt, mit der Gegenseite zu einem Stück. Das wie ein geborener Gipfel aus dem Erdreich sich in Höhe streckt. Der gewünschte Schärfegrad ist erreicht, keine Unebenheiten sind mehr im Spiegel zu sehen.

Glatt und poliert werden die Muster und Zeichen, für die Ewigkeit graviert. Eine persönliche Note verliehen und ein Name dafür vergeben. Das ist für die Geschichte, die diese Lanze von nun an erzählen wird, und das nicht ohne Namen. Dafür wurde sie zu lange in den Feuern geschmiedet, als das ihr diese Ehre nicht gebührt. Welcher der beiden Farben die Geschichte tragen wird, sei es der Mond oder doch die feuerfarben. Die Zeit, in der sie getragen es zeigen wird, festgehalten in den Geschichten, die man sich über die Glutlanze erzählen wird.