Marionetten

marionetten

An dünnen Fäden hängt euer Leben, ihr bewegt euch, wie man euch führt. Tanzt, springt und verbeugt euch, wenn man es will. Eine klare Führung, die ihr braucht, ihr, an euren Fäden, durch die ihr euch abhängig macht. Eure Bühne ist begrenzt, der Horizont nur so weit, wie man euch blicken lässt. Aber hebt nur wieder ein Bein, weil man euch das befiehlt, hebt die Arme in die Höhe. Verneigt euch vor denen, die mit einem Schmunzeln im Gesicht nicht mit euch lachen, sondern euch aus.

Ihr seid auch keine Unikate, sondern Figuren in einem falschen Kostüm. Schlecht geschminkt und der Rest wirkt auch nicht echt. Was ist nur auf der Bühne passiert, dass alle wild umher, geführt an einem Strang durch die Gegend springen. Sich ineinander verheddern, bis es keine Trennung mehr geben kann. Ein Faden reißt, andere folgen, bis die Führung ausbleibt. Es ist der Moment, indem alles aus dem Gleichgewicht gerät. Die Figuren über sich selbst stolpern und jeder versucht, sich an seinen letzten Faden zu klammern.

Alles doch nur Theater, einer wird bestimmt kommen, der alles wieder auseinander bringt. Die Fäden neu spannt und alles von vorne beginnt. Ein neues Stück beginnt, die Bühne ist wieder frei. Geschichten wiederholen sich, neue werden erzählt, gar gezeigt. Eines daran ändert sich jedoch nicht, keiner von euch ist in seiner Erscheinung echt, ihr Marionetten.

Keiner, der von euch die Geschichte prägt, nur ein Statist ist in einem großen Spiel. Bis der Tag gekommen ist, an dem man auch euch ersetzt. Es ist an der Zeit, dass ihr selbst die Fäden trennt. Die Schminke und Fassade aus eurem Gesicht wischt und endlich beginnt, die Führung für euer Leben zu übernehmen. Also zögert nicht, die Bühne ist groß genug und für alle frei.