Ort der Begierde

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Die Nacht liegt noch verteilt in der Stadt, lichtet sich langsam, es bedarf noch etwas Zeit. Die ersten Jäger sind schon wach, bereit, auf der Suche nach dem begehrten Schatz. Fehlend in der eigenen Sammlung, leerer Platz, wenn der Blick des Jägers in seinen Trophäenschrank wandert. Die Jagd für manch einen beginnt, es gilt, sehr früh aufzustehen. Die interessantesten Sammlerstücke sind schnell weg, vergriffen, in einer anderen Sammlung versteckt. So schnell wird wohl das fehlende Stück nicht mehr von einem selbst erblickt.

Der Schlenderer dreht sich im Bette noch einmal um, zu früh für ihn, auf die Jagd zu gehen. Dennoch wird es auch bei ihm nicht allzu spät, sonst macht es keinen Sinn. Nicht konkret auf der Suche nach etwas Bestimmten. Vielmehr ist es der Reiz, das Unbekannte in ihm drinnen, das es an diesem Ort zu begehren gilt. Reize werden an diesen Orten geboren, Verführungen geschaffen. Viele Geschichten aus verschiedenen Leben dazu erzählt. Der Ort der Begierde für jedermann. Auch vieles, das bereits als vergessen galt, erhellt erneut im neuen Rampenlicht. Strahlt im vollen Glanze, auf der Suche nach einer neuen Verbundenheit, liegend, stehend oder doch emotional fesselnd.

Besitztümer angepriesen wie auf einem Tablett, wartend auf den bevorstehenden Wechsel, das das neue Leben bestimmen wird. Es ist teilweise wie in einem Film, dessen Ende unbekannt, spontan die Rollen eingenommen werden, die Szene beginnt. Das Licht ist an, der Ton läuft, es ist soweit. Das erste Feilschen am Ort der Begierde beginnt. Faszinierend mit anzusehen, real vor Ort. Nichts ist geschnitten, alles ist echt. Alle Gesten und das Blitzen der Augen, das Knistern am Ort.