Regen der Nacht

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Aus den Gewässern gezogen über den Tag hinweg, aus Tälern, Flüssen und Seen. Sogar aus den Meeren durch die Lüfte getragen bis hin zum Himmelszelt. Viele Klimazonen durchflogen, ohne feste Ziele bestimmt, gesammelt in dicken Wolken. Hinter vielen Farben versteckt, hoch in den Lüften schwebend. Spannung liegt in der Luft, dichtes Gemenge macht sich breit. Jeder will an erster Stelle stehen, die beste Position besetzen. Dabei verdichtet sich alles bis tief in die Nacht.

Die Zeit vergeht, das Tageslicht schwindet. Was alle Tropfen miteinander verbindet, ist gleichzeitig ihr Damokles-Schwert über ihrem Haupt. Spannungen entzünden sich und streifen durch die wilden Wolkengebilde, ein heftiger Donner macht sich breit. Einzelne Tropfen lösen sich, halten dieser Spannung nicht mehr stand. Das Wolkengebilde in der Nacht löst sich zu seinem Ende hin. Wird zerfetzt durch die geballte Spannung in der Luft.

Einzelne Tropfen lösen sich, als Tränen des Himmels in der dunklen Nacht. Der Himmel beginnt zu weinen, neues Gewässer entsteht. Verteilt auf dem Lande, wohin es fällt. Durch das Dunkle fallend, kaum einer, der es bemerkt. Ein leises Plätschern, bis jeder Tropfen am Ende auf die Erde fällt. Auseinandergerissen in der Luft, am Boden gesammelt erneut vereint. Einer neuen Aufgabe entgegen. Leben wird geschenkt auf der stürmischen Reise, Regen der Nacht.