Strich und Papier

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Der Notizblock steht neben dem Kaffee, die Sonne geht gerade auf. Der Einband ist dick und hart, schützt das Inner weich. Ein Blick in das pastellfarbene Schauspiel am Horizont, die Gedankenmaschine ist angestellt. Das harte Cover umgeklappt, den Stift daneben zur Hand. Es ist der Augenblick, in dem sich alles entscheidend verändern kann. Die Idee geboren, ein Gedanke verfasst für die Nachwelt. Eine geschaffene Idee, eine Konstruktion, eine Idee, vielleicht ein ökonomisches Prinzip, das die Welt auf den Kopf stellt. Alles beginnt mit einer Idee im Kopf. Vielleicht geboren bei einer Tasse Kaffee und den ruhigen Augenblick, als der Blick über den Horizont wandert und die Sonne dabei aufgeht.

Manchmal fühlt es sich an, als würde der Stift in der Hand von alleine geführt, so viel Energie steckt in der Hand. Das Wissen, das nun endlich hinaus will in die weite Welt. Die Linie und der Strich, der geführt ein Gebilde ergibt. Eine Verbesserung, eine Konstruktion oder doch nur ein paar Zeilen Text, vielleicht sogar ein paar romantische Zeilen, ein Gedicht. Die Möglichkeiten sind nur in der eigenen Auffassung begrenzt. Es glänzt vielleicht einmal über den Moment hinweg. Vielleicht wird aber nur eine Seite herausgerissen, ein Flieger gestaltet, ein Schwan nach Origami gefaltet. Ein weiterer Aspekt, der die Vielfalt, die in dieser Situation steckt, zum Vorschein bringen lässt.

Noch ein Strich auf dem Papier, ein Pfeil, der in eine Richtung zeigt. Der festgehaltene Gedanke, der nun schwarz auf weiß zu sehen ist. Die Option, die Strategie, die Vielseitigkeit. Die Worte, die überzeugen, andere aus der Reserve locken. Die Gefühle, die entfacht werden, die tief im Verborgenen liegen. Der Wunschzettel für die Zukunft, die Liste der Eigenschaften, für die man dankbar ist. Alles ist möglich, es liegt an einem selbst. Einfach ein Stück Papier in der Hand, nimm einen Stift und zeichne den ersten Strich.