Zügellos

zuegellos

Die Augen sind geschlossen, befinde mich liegend, bequem und weich. Völlig entspannt könnte man auch sagen, der Kopf ist hellwach, die Gedanken sind frei. Lass die Zügel los, kein Gespann hält mehr meine Gefühle fest. Wie wilde Pferde springen sie wild umher, strotzen vor Kraft, posieren wie in einem Akt, kämpfen um die alleinige Vorherrschaft. Es ist wundervoll anzusehen, wie viel doch in einem selbst steckt, wenn man zügellos mit ansieht, wie frei doch alles ist. Ohne feste Richtung und Bindung. Ein Manifest, in dem so vieles entsteht und passiert.

Die Gedanken, die sich treffen, gegeneinander messen, sich vereinen miteinander spielen. Alles vermischt sich in ein gesamtes Konstrukt, deren Gebilde niemand zuvor gesehen hat. Gar war es nicht abzusehen, in welche Richtung es geht. Alles wirkt im ersten Moment total durcheinander und durchgedreht. Umso länger man hinsieht, desto klarer wird der Blick. Auf das Wesentliche, den Fokus, das Detail, aus dem der Rohstoff besteht, der uns glücklich stimmt, die Zukunft in sich trägt.

Manchmal muss man eben die Augen schließen, um klarer zu sehen. Den emotionalen Blick zu öffnen, der keiner Augen bedarf. Blind vor Liebe zu sein, eine neue Bedeutung in sich trägt, wenn man versteht, dass nichts, was wir mit den Augen sehen, keine Bedeutung hat. Nicht den klaren Blick innehält, den es nur unser Herz vermag zu sehen. Schöner Moment, in dem wir fühlen, was wir sehen, tiefe Bilder, die sich in unserem Inneren prägen, wie zügellos und schön.